Desinfektion Trinkwasserleitungen

Die Legionärskrankheit wird durch Legionellen über Wasser-Luftgemische (Aerosole) durch Einatmen übertragen. Legionellen sind in Trinkwassersystemen latent vorhanden. Durch zu niedrige Betriebstemperaturen (ca. 23-45 °C) vermehren sich Legionellen vor allem in Warmwassersystemen.

Bei nachgewiesenem Legionellenbefall (>100 KBE*/100 ml) sind zwei Arten der Desinfektion der Trinkwasserleitungen möglich:                                       *Keimbildende Einheit

1. Thermische Desinfektion

Die thermische Desinfektion empfiehlt sich als erste, kurzfristige Sofortmaßnahme bei kontaminierten Trinkwassersystemen. Jedoch werden Stichleitungen und Anschlüsse, die nicht durchströmt und somit nicht erwärmt werden, nicht desinfiziert. Während der thermischen Desinfektion muss im gesamten, zu behandelnden Trinkwassersystem eine Mindesttemperatur von 70°C vorherrschen.

Die fachgerecht durchgeführte thermische Desinfektion des Leitungssystems ist in Verbindung mit der regelmäßigen Reinigung von Perlatoren, Duschköpfen und Strahlreglern eine wirkungsvolle Maßnahme zur Vermeidung von Legionellen. Ebenso ist der Einbau einer Wasserbehandlungsanlage sinnvoll, da Legionellen in Kalkablagerungen sehr gute Überlebensbedingungen vorfinden.

2. Chemische Desinfektion

Bei bereits vorhandenen Biofilmen in den Wasserleitungen, oder bekannten Inkrustationen bzw. Ablagerungen, muss vor einer chemischen Desinfektion das Leitungssystem mit Wasser, besser Luft-Wasser-Gemisch pulsierend gespült werden. Der Erfolg einer chemischen Desinfektion hängt vor allem von der "Erreichbarkeit" der Mikroorganismen ab. Innerhalb von Biofilmen und/oder Inkrustationen bzw. Ablagerungen sind diese kaum abzutöten. Falls die Mobilisierung und Ausspülung der Ablagerungen bzw. des Biofilmes durch eine Spülung nicht erreicht werden kann, sollten die betroffenen Leitungsabschnitte erneuert werden.